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Ihr Weg zur Sammlung

Ihr Weg zur Sammlung

HARALD FRACKMANN, NORBERT FRENSCH, INGEBORG ZU SCHLESWIG-HOLSTEIN
MALEREI
Mit der Ausstellung „Harald Frackmann, Norbert Frensch, Ingeborg zu Schleswig-Holstein. Malerei" würdigt die Phoenix-Kulturstiftung das gegen postmoderne Trends über viele Jahre dem Oeuvre-Gedanken verpflichteten Einzelwerk der drei Künstler. Im wesentlichen geht es um malerische Positionen, die bei Harald Frackmann und Ingeborg zu Schleswig-Holstein gestisch-expressiv geprägt sind und bei Norbert Frensch eine fast lakonische Auseinandersetzung mit dem das Dunkel durchbrechende Licht bieten. Die Ausstellung steht in einem ganz bewussten Gegensatz zu der durch das Groteske, Satirische und durch Alltagskultur gekennzeichneten Sammlung Falckenberg.

Harald Frackmann, geboren 1944 in Plauen, lebt und arbeitet in Hamburg. Er hat sich mit Einzelausstellungen in der Hamburger Kunsthalle, dem Kunsthaus Hamburg, dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, aber auch der Kunsthalle zu Kiel, dem St.-Annen-Museum, Lübeck, und dem Kunstverein Pforzheim einen Namen gemacht. Die Phoenix Kulturstiftung zeigt einen repräsentativen Querschnitt mit etwa 80 Arbeiten seines Werkes aus Malerei, Fotografie und Zeichnung.

Wie bei Frackmann ist auch für den 1960 in Mainz geborenen Norbert Frensch Schwarz der Grundton seiner großformatigen Arbeiten. Frensch beschäftigt sich mit dem Paradox von Licht und Finsternis und arbeitet seit Jahren an Serien von fast gleich erscheinenden Bildern. Sein Motiv ist eine metallene Schale. Die Gefäßkante und ihr Innenraum sind als konkave und konvexe Wölbung dargestellt und werden aus einer schwarz glänzenden Harzschicht herausgearbeitet. Das Schwarz zieht sich spiegelnd über die gesamte Leinwand und lässt das Bildhafte der Schale zusätzlich entrückt, still und beinahe meditativ erscheinen. Der Zufall spielt beim zügigen Reduzieren und beim Trocknen der Deckschicht aus Harz ebenso eine Rolle wie die Zeit als Funktion des natürlichen Lichtes bei der Wahrnehmung des Bildes. Von Bild zu Bild lässt sich das Auftauchen der Form weiter verfolgen.
Seine Arbeiten wurden zum ersten Mal Ende der 80er Jahre in der legendären Galerie Harald Behm, Hamburg, vorgestellt. Nach dem Mannheimer Kunstverein 1996 hat die groß angelegte Ausstellung von 2002 im Museum Wiesbaden, dem Museum Baden, Solingen, der Kunsthalle Erfurt und dem Saarland Museum Saarbrücken für einen mit Aufsätzen und Kritiken von Dorothee Baer-Bogenschütz, Klaus Gallwitz, Rose-Maria Gropp und Thomas Wagner begleiteten Durchbruch gesorgt. In Hamburg werden ca. 30 Arbeiten des Künstlers gezeigt.

Ingeborg zu Schleswig-Holstein, hat ebenso wie Frackmann und Frensch in Hamburg Kunst studiert. Sie ist 1956 in Bienebeck bei Kiel geboren. 1981 traf sie anlässlich der Düsseldorfer Ausstellung „Kunst = Kapital" Andy Warhol und folgte ihm in seine Factory nach New York. Noch während ihrer Assistenzzeit in der Factory fand 1982 ihre erste Einzelausstellung mit großformatigen, farbbetonten Bildern im PS.1 New York statt. „Es war eine Zeit der Auseinandersetzung mit der europäischen und der amerikanischen Kultur. Eine prägende Erfahrung für meinen weiteren Weg. Zeigte Warhol betont nur die Oberfläche der Dinge, versuche ich, das zu zeigen, was sich hinter dem Sichtbaren verbirgt", schreibt Ingeborg zu Schleswig-Holstein.
Die künstlerische Kooperation mit dem polnischen Komponisten Augustyn Bloch führt zu aufwendigen Bilderzyklen und Bühnenbildern, die u.a. in der Hauptkirche St. Katharinen, Hamburg, im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, in der Kathedrale in Warschau und in der Marienkirche in Breslau präsentiert werden. Es entstand parallel zu der Komposition von Augustyn Bloch zwischen 1989 und 1992 die Kreuzmeditation aus zwölf 3 x 4 m großen Kreuzen in Gold, Schwarz und Blau. 1993 folgte der Raum der Stille anlässlich der Mediale in den Deichtorhallen und 2002 eine Installation mit dem Titel „The woman who was" in Zusammenarbeit mit Robert Wilson.

Das Werk von Ingeborg zu Schleswig-Holstein ist bislang in einer Vielzahl von Einzelausstellungen gezeigt worden. In der Gruppenausstellung in der Phoenix-Kulturstiftung werden etwa 40 gestisch-farbige Arbeiten der Künstlerin interventionistisch den „schwarzen" Positionen von Frackmann und Frensch, aber auch der eher strengen Architektur der Ausstellungsräume entgegen gestellt. Ein Experiment mit ungewissem Ausgang, aber auf jeden Fall den Versuch wert.